Annaberg-Buchholz poliert Uthmann-Grab eilig auf

Post by (schmuck) Apr 2012

Für dauerhafte Aufwertung des Areals fehlt das Geld

Gräber sind zwar von Natur aus Stätten der Trauer. Doch um die Ruhestätte von Barbara Uthmann, der großen Förderin des Spitzenklöppelns im Erzgebirge, war es bis zuletzt ganz besonders traurig bestellt. Das hinterlässt angesichts des Deutschen Klöppelspitzen-Kongresses von Freitag bis Sonntag, bei dem Tausende in- und ausländische Besucher nach Annaberg-Buchholz strömen, einen faden Beigeschmack.

"Ich weiß nicht, ob die Oberbürgermeisterin so etwas in ihrem Garten haben möchte", sagt eine Passantin und deutet mit dem Zeigefinger auf das Gestrüpp, das sich in einem Beet des alten Trinitatis-Friedhofs rankt. Es breitet sich gleich neben dem Grabmal aus, das seit 1834 an die bedeutende Unternehmerin Barbara Uthmann erinnert. Entworfen hat das Werk einst der bedeutende klassizistische Künstler Franz Pettrich, Hofbildhauer am Sächsischen Hof in Dresden.

Gras, Unkraut und Kippen

Anfang April 2012 ist ein Frühblüher, der seinen Kopf hängen lässt, der einzige Schmuck, der das Areal um das eigentlich stolze Grabmal ziert. Ansonsten prägt Verfall das Bild. Zwischen den Pflastersteinen wächst Gras und Unkraut, vereinzelt liegen Zigarettenstummel und Kronkorken umher. Baumstümpfe, Relikte des Busbahnhof-Ausbaus, machen es nicht besser.

Es reiche eben nicht aus, so die Passantin weiter, wenn ab und zu der Müll aufgesammelt werde, vielmehr müssten "gärtnerische Maßnahmen" ergriffen werden. "Barbara Uthmann war die Schirmherrin der Armen und nun sieht ihr Grab so aus - eine Schande ist das", schließt die Frau und verabschiedet sich mit einem Kopfschütteln.

Nach einer Anfrage der "Freien Presse" im Annaberg-Buchholzer Rathaus kam am Mittwoch Bewegung in die Sache. Laut Stadtsprecher Matthias Förster sind nach der planmäßigen Reinigung des Bereichs um die Trinitatiskirche "Pflegemaßnahmen im Umfeld des Uthmann-Grabes" vorgesehen. "Unter anderem werden dabei einige Frühblüher gepflanzt", so Förster. Bereits Ende März habe die Steinmetzwerkstatt Wagler aus Mildenau Schmierereien am Grabmal entfernt. Ferner werde der Alte Friedhof in den Monaten Mai bis November durch Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs und durch geförderte Beschäftigte des Jobcenters regelmäßig gepflegt.

Künftig soll das 2010 von der Landschaftsarchitektin Franziska Nestler erarbeitete Konzept zur Umgestaltung der Parkanlage Alter Friedhof die Anlage aufwerten. Darin sind etwa Änderungen und Neuordnungen im Wegenetz sowie im Bereich der Grünflächen, eine Ausdünnung des Baumbestandes, Neupflanzungen und die Errichtung neuer Sitzgelegenheiten und Spielgeräte vorgesehen. "Mit der Planung haben wir eine gute Basis, damit nicht ins Blaue hinein investiert wird", sagt Stadtsprecher Förster.

 

 

Konzept derzeit nicht bezahlbar

Wann es damit wirklich losgeht, bleibt unklar. Knackpunkt sind die Kosten, die im hohen sechsstelligen Bereich liegen. Geld, das die Stadt im Moment nicht hat. Darum suche man nach Fördermittelprogrammen, die dafür genutzt werden können, heißt es aus dem Annaberg-Buchholzer Rathaus. Höhere Priorität besitze zudem der Neue Friedhof, der innerhalb der kommenden Jahre umgestaltet werden soll.

Erste Maßnahmen, die über bloße Kosmetik hinausgehen, folgen aber noch in diesem Jahr: Die trostlosen Baumstümpfe verschwinden, ihren Platz nehmen neu gepflanzte, blühende Sträucher ein - die vielleicht auch die Oberbürgermeisterin Barbara Klepsch in ihrem Garten nicht verschmähen würde.

 

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