Auch Kleid aus Plastiktüten stellt Neumarkt dar

 

Probleme bei Umsetzung

Auch Nicola Berner und Eileen Münch mussten eine ähnliche Erfahrung machen: Die Schülerinnen haben in einer Mischung aus Fotografie und Zeichnung ihre Lieblingscafés zu Papier gebracht. Eigentlich wollten sie das mit Hilfe von Serviettentechnik machen, mussten aber diese Idee wieder verwerfen, nachdem es Probleme bei der Umsetzung gab.

Hinter all den Kunstwerken steckt also nicht nur ein Stück der Geschichte Neumarkts, sondern auch noch eine ganz eigene – und vor allem viel, viel Herzblut. Wie aber alle Workshopteilnehmer einhellig bestätigten, war es toll, sich mit den anderen Kursteilnehmern austauschen zu können. „Wir haben oft zusammen über unsere Ideen gesprochen und, wenn es Probleme gab, gemeinsam nach Lösungen gesucht“, so Nicola Berner. 

Als dann am Donnerstag Abend die Eltern, Schulleiter Bernhard Schiffer, Bürgermeisterin Ruth Dorner, Bürgermeister Franz Düring, Kulturamtsleiterin Gabriele Moritz, Museumsleiterin Petra Henseler und die beiden Leiterinnen des Workshops, Christiane Lischka-Seitz und Alexandra Hiltl gemeinsam mit den Schülern auf die gelungene Ausstellung anstießen, war der Stress vergessen und wich ganz dem Stolz über ihre Werke.

 

- Was hat ein schmuck, aus Plastiktüten, eine Leinwand mit viel bunter Farbe und ein Schubkarren voll Abfall mit der Stadt Neumarkt zu tun? Richtig, auf den ersten Blick eigentlich erst einmal gar nichts. Zumindest nicht, wenn man nicht weiß, dass das schmuck, aus den Einkaufstüten der Neumarkter Geschäfte besteht, die Leinwand von Passanten in der Neumarkter Fußgängerzone bemalt wurde und der Schubkarren voll Abfall für „Neumarkt als ewige Baustelle“ steht.

Die Ausstellung zeigt erfrischende und individuelle Interpretationen des Themas in den verschiedensten Techniken wie beispielsweise das Recycling Rathaus, das Sabrina Schindlbeck und Sophie Betz aus Müll gemacht haben.
Die Ausstellung zeigt erfrischende und individuelle Interpretationen des Themas in den verschiedensten Techniken wie beispielsweise das Recycling Rathaus, das Sabrina Schindlbeck und Sophie Betz aus Müll gemacht haben.
Foto: S. Meyer

Um all das und viele weitere besondere Werke, die die Stadt aus der Sicht von 16 jungen Künstlern zeigen, zu sehen, kann man bis 30. November die Ausstellung im Neumarkter Stadtmuseum besuchen.

Die Schüler des Willibald-Gluck-Gymnasiums, die im letzten Schuljahr den Kunst-Workshop „Meine Stadt 2012“ besuchten, durften ihrer Kreativität bei der Umsetzung des Themas freien Lauf lassen. Alexandra Hiltl, Kunsterzieherin und Christiane Lischka-Seitz, Kunstpädagogin, die den einwöchigen Workshop geleitet haben, war dies besonders wichtig: „Es ist ein Faszinosum, dass zu einem Thema so viele unterschiedliche Arbeiten entstehen“, so Lischka-Seitz.

 

Die Workshopleiterinnen wollten ihren Schützlingen weitgehend und im wahrsten Sinne des Wortes „freie Hand“ lassen und sich selbst im Hintergrund halten. „Natürlich erfordert diese Ungebundenheit viel Ausdauer und kann auch ungeahnte Probleme mit sich bringen“, weiß Alexandra Hiltl. So musste Marie Heuberger, die zunächst die Gesichter der Neumarkter Bürger in Gips festhalten wollte, ihr Konzept über den Haufen werfen, als sie feststellte, dass die Passanten in der Neumarkter Innenstadt wenig Lust auf Gipsmasse im Gesicht hatten. Als sie sich dann auf die Nasen beschränkte, fiel ihr auf, dass es da wenig Unterschiede gibt, „außer es hat jemand einen richtigen Zinken“, wie die Elftklässlerin grinsend zugab. Schließlich entschied sie sich dann für die Hände.