Bücher als Geschenk

Post by (schmuck online shop) Dec 2011

Bücher sind wie Uhren, Schmuck und Spielzeug. Bis zu einem Drittel des Jahresumsatzes machen die Händler mit dem Weihnachtsgeschäft. Rechnet man noch die Bücher hinzu, die für Geburtstagspartys, Einweihungsfeiern und Firmenanlässe gekauft werden, bleibt für den Eigengebrauch kaum etwas übrig. Es ist also wahrscheinlich, dass in Deutschland viel mehr Bücher verschenkt als gelesen werden.

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Aber die Erkenntnis, dass Bücher in erster Linie Geschenkartikel sind, hat sich noch nicht überall durchgesetzt. Die meisten Verleger sind ältere Männer; sie erinnern sich an Zeiten, in denen weniger verschenkt und mehr gelesen wurde, und sie müssen sich ein bisschen umstellen. Richtig erfolgreich sind heute nicht mehr die Bücher, die dem Kunden am besten gefallen, sondern diejenigen, von denen der Kunde annimmt, dass sie anderen Leuten am besten gefallen.

Auch die Autoren tun sich damit schwer. Sie möchten lieber für die Nachwelt schreiben als für Großtante Gerda oder für den netten Herrn Tietze, der über Ostern den Kater versorgt. Das böse Erwachen kommt in der Signierstunde, wenn die Käufer um Widmungen bitten. Dann muss Günter Grass sein "Beim Häuten der Zwiebel" mit "Für Gitte, die liebe Küchenmaus, die beim Schälen immer weinen muss" signieren, und Peter Handke widmet "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" dem "Superkeeper Tobi, der hinten den Laden dichthält :-)". Autoren, die etwas auf sich halten, machen so etwas nur ungern.

Was also kann die Branche tun, um den Wandel von der Lesekultur zur Geschenkkultur aktiv mitzugestalten, anstatt sich dagegen zu wehren? Einen Schritt in die richtige Richtung macht die Firma Personalnovel aus München. Sie wirbt mit dem Slogan "Das bin ja ich ... Wie hast du das nur gemacht?" und hat rund 200 Romane im Angebot, die nach Bedarf personalisiert werden. Dann bekommt die Hauptfigur den Namen, das Alter und die Haarfarbe des Beschenkten, selbst das Parfüm stimmt überein.

Personalnovel hat Romane für alle Altersgruppen und Lebenslagen, da ist für jeden etwas dabei, vom mürrischen Teenager bis zur Großmutter, die mit einem Buchgeschenk ins Altersheim abgeschoben wird. Der Roman "Tanten, Tee und Taxitänzer" zum Beispiel handelt von der Witwe X (hier Vornamen einfügen), die nach einer schweren Operation am Y (hier Körperteil einfügen) ins Z (hier Heim einfügen) kommt, wo sie die tollsten Abenteuer erlebt und entdeckt, dass sie gewiss nicht zum alten Eisen gehört.

Leider steckt die Personalisierung der Literatur noch in den Anfängen. Die meisten Werke sind nur genau so zu haben, wie der Autor sie irgendwann geschrieben hat. Das ist be-dauerlich. So manches Buchgeschenk würde eher gelesen werden, wenn man an ein paar Stellschrauben drehen könnte. Dann wäre Ernst Jünger auch für Pazifisten geeignet und Heinrich Heine für Antisemiten. Aus dem Rosshändler Michael Kohlhaas wird der Systemtechniker Mike Hornschuh, und Effi Briest ist ein Mann mit Glatze. Der lüsterne Opa kriegt zum Achtzigsten die extrascharfe Ausgabe von Nabokovs "Lolita". Natürlich ist die Personalisierung aller lieferbaren Bücher aufwendig und erfordert einen Bewusstseinswandel. Titel, die sich nicht zum Geschenk eignen, fliegen aus dem Sortiment. Viele Autoren müssen sich umschulen lassen. Die Branche braucht weniger Leute, die Bücher schreiben, und mehr Leute, die Bücher in Geschenkpapier einwickeln. Doch das alles ist kein Grund, den Mut zu verlieren. Sobald es "Buddenbrooks" auch für Singles gibt und "Die Dame mit dem Hündchen" für Katzenfreunde, muss man sich um die Zukunft des Buchs keine Sorgen mehr machen.

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