Den Ring vom Finger geflext

Post by (schmuck) Feb 2012

Mit einem Edelstahlring hatte sich ein junger Mann den Finger abgeschnürt. Er fuhr in zwei verschiedene Krankenhäuser, doch die Ärzte konnten ihm nicht helfen: Das passende Werkzeug für Edelstahl sei nicht vorhanden.

Der Koch mit dem Ring
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Antioco Pitzolu (r.) bekam seinen Ring nicht mehr vom Finger. Sein Freund Sandro Lisei (l.) flexte ihn schließlich ab. (Bild: Roland U. Neumann)
BERGISCH GLADBACH - Den Edelstahlring hat Antioco Pitzolu aufbewahrt. Und das, obwohl die Erinnerungen an das Schmuckstück nicht die besten sind. Schließlich schnürte es ihm den Finger ab.Deshalb suchte er in beiden Bergisch Gladbacher Krankenhäusern Hilfe – und wurde von beiden weggeschickt. Normalerweise trägt der 23-Jährige den Schmuck am Ringfinger der rechten Hand. Am 31. Januar spielte er mit dem Ring und schob ihn dabei über den Mittelfinger. Als er ihn wieder abziehen wollte, klappte das nicht, das Gelenk war zu dick. Pitzolu versuchte es mit Spülmittel und Öl – vergeblich. Weil der Finger anschwoll, ging der junge Mann, der als Küchenhilfe in einer Bergisch Gladbacher Pizzeria tätig ist, nach der Arbeit spätabends in die Notaufnahme des Marien-Krankenhauses. Sein Kollege und Freund Sandro Lisei begleitete ihn, weil Pitzolu kein Deutsch spricht.

„Im Krankenhaus hat man mit einer Maschine versucht, den Ring durchzuschneiden“, erinnert sich Lisei. Doch die Maschine sei nur für Gold- und Silberschmuck ausgelegt. „Sie haben uns gesagt, wenn sie weitermachen würden, gehe die Maschine kaputt“, erinnert sich der 24-jährige Koch. „Der Doktor meinte, wir sollten es in einer Werkstatt versuchen, er könne nicht mehr helfen.“

Bis zum nächsten Mittag wurde es nicht besser mit dem Finger, im Gegenteil. „Der Ring war im Finger eingeschnürt“, so die Beschreibung eines Stammgastes der Pizzeria. Der obere Teil des Fingers sei geschwollen sowie rot und blau unterlaufen gewesen. Als leicht taub und pulsierend habe ihm der Hilfskoch das Gefühl im Finger beschieben. „Es bestand keine Möglichkeit, den Ring mit konventionellen Mitteln zu entfernen“, so sein Eindruck. Auch bemerkte der Stammgast Schleifspuren an dem Ring. Er riet dem 23-Jährigen, sofort ins Krankenhaus zu gehen und war erstaunt zu hören, dass Pitzolu schon dort war.

Nach dem erfolglosen Besuch im Evangelischen Krankenhaus gingen die beiden Männer nun ins Marien-Krankenhaus. Aber auch dort wurde der Ring nicht entfernt. Man riet dem Ringträger, einen Juwelier aufzusuchen – der habe die richtigen Werkzeuge, um den Edelstahlring aufzuschneiden. „Wir waren bei einigen Juwelieren in Bergisch Gladbach, aber nur ein Türke hat probiert, den Ring aufzuschneiden“, erzählt Lisei. Doch auch dieser Versuch blieb erfolglos. Daraufhin kaufte der 24-Jährige im Baumarkt eine Flex und schnitt in stundenlanger Arbeit den Ring selbst auf. Um den Finger seines Kollegen zu schützen, schob er an der Schnittstelle einen Löffelstiel unter den Ring. „Trotzdem habe ich ihn ein bisschen geschnitten“, sagt Lisei.schmuck online shop 


Im Marien-Krankenhaus hat man den Vorfall etwas anders in Erinnerung. „Der Mann wollte nur den Ring vom Finger haben“, erklärt Pressesprecher Jörg Zbick. Der Pfleger habe sofort den diensthabenden Arzt hinzugezogen, doch an dem Finger sei nichts gewesen. „Deshalb mussten wir medizinisch nichts machen, wir haben ihm geraten, zum Juwelier zu gehen“, so Zbick. „Der Ring war nicht abzustreifen“, bestätigt auch Klaus Kocanda, Beschwerdemanager des Evangelischen Krankenhauses. Eine Stunde habe man sich darum bemüht, den Ring vom Finger zu bekommen, doch ohne Erfolg. „Eine Edelmetallsäge haben wir nicht“, so Kocanda. „Aber hier konnte keiner feststellen, dass es ein Problem mit dem Finger gab. Auch ein Arzt hat draufgeguckt. Der Finger wies keinerlei Verletzungen auf, sonst hätten wir Herrn Pitzolu selbstverständlich behandelt.“ Auch hätten die Kollegen nicht den Eindruck gehabt, dass es sich um einen Notfall handelt. „Weil wir den Ring nicht risikofrei vom Finger entfernen konnten, rieten wir, einen Juwelier aufzusuche. Es machte den Eindruck, als wenn sie diesen Rat annehmen würden“, sagt Kocanda.

Aus Sicht des Evangelischen Krankenhauses war die Gesundheit des 23-Jährigen nicht gefährdet. „Aber wir würden gerne noch einmal mit den Herren sprechen“, betont der Pressesprecher. „Und, wenn ein Missverständnis vorliegt, uns auch entschuldigen.“

 

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