„Die Kunden waren nicht in Weihnachtsstimmung“

Post by (schmuck online shop) Dec 2011

„Die Kunden waren nicht in Weihnachtsstimmung“
Auf den letzten Drücker kauften einige Kunden noch an Heiligabend Präsente in der Iserlohner Innenstadt. FotoMichael May
Iserlohn. Anders als sonst ist für viele Einzelhändler das diesjährige Weihnachtsgeschäft verlaufen, weiß Dietrich Berkenhoff. „Die letzte Woche war außerordentlich hektisch. Es ist lange mäßig gelaufen, das hängt natürlich mit der Witterung zusammen“, erinnert er an das zu warme Wetter, das die Nachfrage nach warmen Sachen gedämpft habe.paarschmuck 

„Die Männer müssen erst zwei Wochen frieren, bevor sie was warmes zum Anziehen haben“, überzeichnet er deren Kaufverhalten. „Im vorigen Jahr hatten wir um diese Zeit keine Daunenjacke mehr. Jetzt werden nach Weihnachten und Anfang des Jahres sehr attraktive Sachen auf dem Markt sein.“ Klassische Weihnachtsgeschenke waren Pullover und Hemden mit Verzierungen und Aufnähern und schöne Schals aus anderen Materialien und im Idealfall auch die Jacke dazu. Gutscheine werden immer wichtiger, berichtet der Herrenausstatter weiter von aufwendigen Faltschachteln, die wie kleine Geschenke aussehen. Die Woche nach Weihnachten sei jetzt noch eine ganz wichtige Woche. Auch wenn er erst Ende des Jahres richtig Bilanz ziehen könne, schätzt Dietrich Berkenhoff, dass er mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden sein werde.

Dagegen hätten traditionelle Weihnachtsbranchen wie die „Elektroniker“ ganz schön zu kämpfen, sagt der Einzelhändler weiter.

„Das Geschäft an Heiligabend wird immer weniger. Deshalb haben wir unseren Aushilfen frei gegeben“, sagt Karin Dunkel von Lederwaren Dunkel in der Unner Straße. „Früher war gerade an Heiligabend richtig Trouble, weiß auch ihre Tochter Silke. Und heute tote Hose. Wir müssen damit leben. Das Internet ist eine immer größere Konkurrenz.“

Sie ärgert sich, dass die Kunden nach wie vor kommen, sich in dem Fachgeschäft über Taschen, Koffer und andere Lederwaren beraten lassen, sich die Produkte zeigen lassen und anfühlen, um dann aber im Internet zu kaufen. „Dann weiß ich jetzt Bescheid“, hört sie dann ganz oft, wenn die Kunden mit dem Wissen ausgestattet ihr Geschäft verlassen.

Für Reklamationen oder Reparaturwünsche würden diese Leute dann aber wieder in den Laden kommen. „Die nehmen wir aber nur an, wenn die Ware auch bei uns gekauft wurde“, sagt ihre Mutter.

„Wir haben aber auch Kunden wo es Spaß macht, sie bei Geschenken zu beraten“, berichtet Silke Dunkel von einem Herrn, der ihr sogar ein Foto der zu beschenkenden Frau zeigte, für die sie dann eine Handtasche aussuchte.

Insgesamt hätten die Kunden immer kleinere Präsente gekauft und nicht mehr so hochwertige Sachen. „Man ist am Ende noch mit einem blauen Auge davon gekommen“, zieht Silke Dunkel eine vorläufige Bilanz des Weihnachtsgeschäftes, das erst spät begonnen habe. Diesen Eindruck teilt sie auch mit anderen heimischen Geschäftsleuten.

Die „Last-Minute-Einkäufe“ kurz vor Weihnachten waren sehr gut, berichtet Fritz Sondermann. Im Spielwarenbereich sei die Situation kompliziert durch die verstärkte Konkurrenz des Online-Shoppings. „Die Einzelhandelslandschaft wird sich dadurch verändern“, prognostiziert er. Ob es in zehn Jahren noch klassische Spielwarengeschäfte gebe, sei fraglich. „Die jüngere Generation geht mit Online-Käufen viel selbstverständlicher um. Das macht es für uns kompliziert.“

Fritz Sondermann berichtet von rückläufigen Umsätzen, obwohl er sich nicht wegen mangelnder Kundschaft beschweren kann: „Bei uns ist es immer voll. Die Kunden kaufen für kleineres Geld ein.“ Bei ihm werden eher Accessoires gekauft. Wenn ein Spiel unvollständig sei, besorge er Ersatz, das gehöre zum Service dazu.

Eine positive Bilanz zieht Simone Müller aus dem Geschenkladen „Carofino“: „Wir sind jetzt ein Jahr hier. Bei uns sind Bauernsilber und Kerzenleuchter besonders gut gegangen. Das Geschäft war durchweg gut.“ Aber am Heiligabend sei es wie abgeschnitten gewesen.

Beim Haushaltswarenanbieter WMF ist das Geschäft deutlich ruhiger gelaufen, berichten Inge Litz und Sabrina Klingel, die sich noch an Schlangen an den Kassen in der Vorweihnachtszeit der Vorjahre erinnern können. Früher seien die Leute außerdem großzügiger gewesen, hätten Bestecke oder Topfsets verschenkt, jetzt seien eher die Kleinigkeiten gelaufen. Und auch das Einkaufsverhalten habe sich verändert: „Früher hat man gesehen, dass die Leute mit Freude geschenkt haben. Heute ist es für viele eine lästige Pflicht.“

„Wir sind schon zufrieden. Das Level der Vorjahre haben wir letztlich erreicht“, erklärt Christel Oligmüller im Juwelier- und Goldschmiede-Geschäft Ruchser, auch wenn das Weihnachtsgeschäft spät angefangen habe. Ihr und ihrer Tochter Sabine geht es wie vielen Kunden: „In diesem Jahr war man gar nicht auf Weihnachten eingestellt.“ Besonders gefragt waren trendige Artikel wie Pandora-Schmuck oder Uhren der belgischen Marke Ice-Watch, berichtet Sabine Oligmüller. Sie fügt hinzu: „Wir hoffen auf die Woche nach Weihnachten, weil etliche Leute auch Geld geschenkt bekommen haben. Dann wissen wir mehr.“

Bei Hilde Schönborn sagen Marion Förster und Lena Böhm: „Wir können zufrieden sein. Die Kunden haben gezielt gekauft: Schlafanzüge, Morgenmäntel und Bademäntel. Wir haben Dessous super verkauft. Nachtwäsche war im vergangenen Jahr bedeutend mehr.“ Der Heiligabend sei wesentlich entspannter gelaufen als im vergangenen Jahr. „So okay“, bezeichnet Christine Pillunat das diesjährige Weihnachtsgeschäft bei „Erlesen!“. „Anfang Dezember war es eher verhalten. Aber jetzt war es entspannt.“

Susanne Beltermann aus dem Damenmodengeschäft „Liebling’s“ hat in ihrem Laden kein Weihnachtsgeschäft erlebt: „Bei uns läuft es antizyklisch. Es war unser schlechtester Monat. Der Biorhythmus war durch das warme Wetter durcheinander. Die Leute waren nicht in Weihnachtsstimmung und wollten auch keine Weihnachtsmusik hören. Sie waren sogar des Glühweins überdrüssig.“ Taschen seien besonders gut nachgefragt gewesen, Gutscheine eher weniger als sonst.

Wie dass Weihnachtsgeschäft am Ende wirklich gelaufen ist, kann nach Auffassung von Peter Skuthan, Geschäftsführer der Iserlohner Karstadt-Filiale, erst Anfang Januar beantwortet werden. Denn das Geschäft „zwischen den Tagen“ spiele bei der Bilanz eine durchaus bedeutsame Rolle. Schon jetzt aber stehe fest, dass das Weihnachtsgeschäft später eingesetzt habe, als in den Jahren zuvor. Und dass die wenig winterliche Witterung sich nicht unbedingt positiv auf die Nachfrage nach warmer Kleidung ausgewirkt habe.

Nun aber zu den positiven Dingen: Sehr groß, so Skuthan, sei die Nachfrage im Bereich Uhren und Schmuck. Zufrieden sei man auch in der Abteilung Spielwaren. Artikel rund um den Film „Cars 2“ seien besonders gefragt. Gleiches gelte für Gesellschaftsspiele. Und im Bereich Multimedia würden Tablet-Pc’s und Laptops das Geschäft dominieren. Gute Umsätze, so Skuthan, verzeichne sein Haus auch bei Haushaltswaren. Das gelte besonders für hochwertige Kaffee-Vollautomaten. Und außerdem habe sich der positive Trend bei Geschenk-Gutscheinen zum Weihnachtsfest fortgesetzt.


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