Spionage im Atelier: Eine Goldschmiedin punktet mit Farbe
Post by (abendkleider günstig) Sept 2011
Künstler aus Estebrügge und Umgebung öffnen für die Ausstellung "Farbpunkte" am Wochenende ihre Werkstätten und Ateliers.
Antje Pape in ihrem Element, beim Goldschmieden. Hinter ihr hängt ein Gemälde von Joachim Heppner, ein weiterer Künstler der "Farbpunkte"
ESTEBRÜGGE/MOORENDE. Ausstellungen gibt es viele. Aber wie entsteht ein Gemälde oder eine Skulptur überhaupt? Wie arbeitet ein Künstler? Und wie sieht es in seinen heiligen vier Wänden, in seinem Atelier aus? Das bleibt meist ein Geheimnis. Am kommenden Wochenende können Kunstinteressierte in Estebrügge und Moorende genau das erfahren.
"Farbpunkte" heißt die Veranstaltung, die am 3. und 4. September zwischen 11 und 18 Uhr stattfindet. Heimische Künstler und Handwerker öffnen an jenen Tagen ihre Werkstätten und Ateliers entlang der Este, zudem haben sie Künstler aus dem Umland eingeladen. Sie zeigen Skulpturen, Schmuck, Malerei, Textildesign, Keramik und Wohnzubehör. Besucher erhalten dabei Einblick in zum Teil außergewöhnlichen Techniken und Verfahren und dürfen alles fragen, was ihnen auf der Seele brennt.
"Bei meiner Arbeit kommt schnell die Frage auf, wie sie entsteht", sagt Birgit Jaenicke. Die Buxtehuder Künstlerin, die als Gast zum zweiten Mal bei den "Farbpunkten" dabei ist und dieses Jahr in der Estebrügger St.-Martini-Kirche ausstellt, fertigt großformatige Bodenarbeiten an. "Darüber gab es letztes Jahr unglaublich intensive Gespräche, das hat mich wirklich überrascht. Einen so unmittelbaren Kontakt zwischen Künstler und Besucher habe ich vorher noch nie erlebt."
Doch nicht nur das macht die "Farbpunkte" so einzigartig. Auch die schöne Umgebung hat ihren Reiz. "Hier in Estebrügge kann man von Haus zu Haus laufen oder den Besuch mit einer Fahrradtour verbinden. Das ist eine ganz andere Atmosphäre", so Antje Pape. Pape arbeitet seit gut 20 Jahren selbstständig als Goldschmiedemeisterin und ist seit der ersten Ausgabe der "Farbpunkte" vor zwölf Jahren dabei. "Die Idee hatte die Webermeisterin Helga Swoboda hier aus dem Ort", erinnert Pape sich. "Vorbild war die 'Kulturelle Landpartie Wunderpunkte' im Wendland, dort ist Helga jedes Jahr mit Begeisterung hingefahren. Sie war es auch, die hier am längsten wohnte, uns alle kannte und miteinander vernetzt hat." Die Organisation der "Farbpunkte" teilen sich die Estebrügger Künstler seitdem im Wechsel.
Unterstützung bekommen sie mittlerweile aber vom ganzen Dorf. Der Kirchenverein "Uns Kark" sorgt für das leibliche Wohl, im Gemeindehaus, Wetterweg 1, können sich die Besucher zwischendurch bei einer Biobratwurst vom Grill oder bei Kaffee und Kuchen stärken. Der Kuchen ist natürlich selbstgebacken, von Frauen aus Estebrügge. "Die Veranstaltung bringt einfach Leben ins Dorf", so Pape. "Normal ist hier sonntags nicht viel los, aber an dem Wochenende sind Menschenmassen auf dem Deich unterwegs."
Es gibt aber auch einfach viel zu sehen. Antje Pape erklärt in ihrer Goldschmiedewerkstatt in Estebrügge, Hinterstraße 3d, ihre Mokume-Gane-Arbeiten. Eine hierzulande kaum bekannte Technik japanischen Ursprungs, bei der Ringe mit einem faszinierenden Streifenmuster entstehen. Kinder dürfen sich bei Pape sogar selbst daran versuchen, ein Stück Kupfer auf Länge zu wälzen. Ein Stockwerk tiefer stellt Papes Lebensgefährte Joachim Heppner Gemälde aus Öl und Acryl aus. Heppner, der an der Kunstakademie in Hamburg unterrichtet, beschreibt die "Farbpunkte" als Entdeckungsreise.
Im Haus von Gabriele Wachenfeld in Moorende, Esteburgring 21a, entdecken Besucher besonders viel."In meiner großen Werkstatt sind Gisela Kulling mit ihrem Schmuck und Tanja Möwis mit ihren Keramikarbeiten zu Gast", so Wachenfeld. "Nebenan habe ich noch einen Ausstellungsraum, in dem Detlef Schaper seine Wohnaccessoires zeigt." Schapers Kerzenhalter, Puzzle und Schachteln sind ein echter Blickfang, schließlich fertigt der Künstler aus Rosengarten sie aus Spanplatten an. Wachenfeld selbst derweil hat als gelernte Textil- und Produktdesignerin ein eigenes Färbe- und Reserveverfahren entwickelt, das auf uralten asiatischen Musterungstechniken basiert. Die Muster ihrer Kostüme, Abendkleider und Wohnaccessoires, die sie in ihrem Atelier präsentiert, wiederholen sich deshalb nie.
Von Kunsthandwerk bis zu bildender Kunst ist bei den "Farbpunkten" also alles vertreten. Und das auf extrem kleinem Raum. "Zwar gibt es hier in der Gegend auch den Bundesverband Bildender Künstler, der Ausstellungen organisiert", so Jaenicke, "aber der BBK Stade Cuxhaven ist sehr weitläufig und zieht sich über den ganzen Landkreis. Was ich an den Farbpunkten so klasse finde, ist die Kompaktheit."
Die Besucher teilen diese Begeisterung offenbar. Rund 400 Gäste kamen im letzten Jahr, viele von ihnen reisten gar aus Hamburg oder Schleswig-Holstein an. Für die Aussteller bedeutet das so viel Arbeit, dass die selbst gar nicht dazu kommen, sich ihre Arbeiten anzusehen. "Das wollen wir dieses Jahr aber anders machen", so Wachenfeld. "Am Donnerstag und Freitag besuchen wir uns gegenseitig, das haben wir uns fest vorgenommen." All diese individuellen Kunstwerke zu verpassen, wäre schließlich auch ein Jammer.
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