Uhrenhersteller im Höhenrausch
Post by (schmuck) Apr 2012
So viel Luftfahrt war noch nie. Etliche der maßgebenden und trendsetzenden Aussteller zeigen auf der Baseler Leitmesse neue Fliegeruhren: nostalgische Stücke mit Doppeldecker-Charme, smarte Flugreisebegleiter und martialische Instrumente für Kampfpiloten. Das passt ganz gut zu einer Branche, die sich im Wandel sieht.
Wenn die Baselworld am Donnerstag ihre Pforten schließt, wird sie den Ausstellern wieder neue Umsatzrekorde eingebracht haben. Die Schweizer Uhrenhersteller verwiesen schon zu Beginn der Messe auf die weiterhin steigenden Exportzahlen, die nicht mehr nur auf dem asiatischen Markt mit seinem anscheinend unersättlichen Bedarf an Luxusgütern erzielt würden, sondern auch auf Absatzsteigerungen in Europa, Nord- und Lateinamerika zurückgingen.
Die Swatch Group, größter Aussteller der Messe, hatte im Februar für 2011 einen gegenüber dem Vorjahr um 21,7 Prozent gesteigerten Bruttoumsatz und ein Plus von 12,4 Prozent beim Betriebsgewinn gemeldet. Ähnliche Zahlen können auch die Luxusgüterkonzerne PPR und LVMH vorweisen, die mit ihren Uhrenmarken bei der Baselworld vertreten sind. Im Geschäftsbereich von LVMH liegt der Anstieg von Umsatz und Gewinn bei Schmuck und Uhren (unter anderem TAG Heuer, Zenith) deutlich vor dem anderer Geschäftsfelder wie Champagner oder Kosmetik.
Entschiedene Farben und markante Formen
Diese Sonderstellung der Branche mag immer noch ein Grund zum Feiern sein - nach den Jahren der in der Summe etwas blassen Post-Krisen-Dezenz gibt es in Basel wieder entschiedene Farben und markantere Formen zu sehen -, andere beginnen sich Sorgen zu machen. Jacques Duchêne, Präsident des Ausstellerkomitees, zeigte sich angesichts des immer schwierigeren, krisengebeutelten wirtschaftlichen Umfelds nur noch vorsichtig optimistisch für das kommende Jahr. Allemal werde die gegenwärtige rasche Konzentration von Produktion und Vertrieb die Branche nachhaltig verändern.
Efraim Grinberg, CEO der Movado-Gruppe (Movado, Ebel, Concord), bestätigt diesen Eindruck. Zwar habe sich die Industrie nach dem Schock der Finanzkrise atemberaubend schnell erholt, aber auch einen anderen Charakter. "Das Geld verdienen wir nicht mehr so einfach wie in den Jahren bis 2008. Wir müssen viel schneller sein und wendiger." Dass die Konkurrenz härter geworden ist, zeigt sich vielleicht auch darin, dass während der Messe Breitling und IWC, beide traditionell Anbieter hochwertiger Fliegeruhren, sich öffentlich ein juristisches Gefecht darum lieferten, wessen Produkte den Namen der US-Kampjetpilotenschule Top Gun verdienten.
Die positive Entwicklung in Lateinamerika beflügelt die Hoffnung vieler Hersteller, die Abhängigkeit vom asiatischen, speziell chinesischen Markt verringern zu können. Schon beim Genfer Uhrensalon im Januar, auf dem vornehmlich Marken des Richemont-Konzerns ausstellen, knüpften sich große Erwartungen an das prosperierende Brasilien. Grinberg allerdings sieht dort bislang allenfalls potenzielle Kunden im Mittelstand, die sich vielleicht für eine Movado, nicht für die teurere Marke Ebel interessierten.
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