Wann kommt der Goldschatz nach Syke?
Post by (schmuck) Feb 2012
"Für die Region ist das eine tolle Sache." Ralf Vogeding sieht das persönlich zwar etwas differenzierter, aber er kann die Begeisterung über den Fund des Goldschatzes in der Nähe von Gessel durchaus nachvollziehen. Die in den Schmuck eingeritzten Zeichen findet der Leiter des Kreismuseums bedeutend spannender als das Material, "das könnte meinetwegen auch Bronze sein". Dann wäre auch die Chance größer, den Schatz hier in Syke ausstellen zu können.
"Vielleicht war es ein Versteck"
So aber werden vom Landesamt für Denkmalpflege sehr wahrscheinlich Bedingungen gestellt. Antransport, Sicherung, Extra-Alarmanlage für die Ausstellungsvitrine, Sicherheitsdienst - "ich weiß es nicht, wir haben noch nicht darüber gesprochen. Aber es werden bestimmt noch Auflagen kommen", fürchtet Ralf Vogeding. Das kann Bernd Rasink, der für die Nordeuropäische Erdgaspipeline (NEL) zuständige Archäologe vor Ort, nur bestätigen: "Wir müssen sehen, ob das Kreismuseum das stemmen kann."
Ein möglicher Termin für die Rückkehr des Goldschatzes in seine Fund-Heimat steht allerdings noch nicht fest. Für den Herbst 2013 ist eine Ausstellung aller NEL-Funde im Landesmuseum Hannover geplant - mit den Höhepunkten von den insgesamt 136 Fundstellen. "Da spielt der Goldschatz natürlich eine zentrale Rolle", erklärt Bernd Rasink. Übrigens: 91 der 136 Fundstellen befinden sich im Kreis Diepholz. "Wir waren überrascht von der Anzahl und der Qualität der Fundstellen", gibt Rasink zu. Alleine die Funde aus dieser Region "reichen aus, um ein ganzes Museum zu füllen". Die Ausstellung in Hannover solle in Segmenten konzipiert werden, damit anschließend jede Region ihr Segment präsentieren kann.
Die Fundstücke sind aber Besitz des Landes Niedersachsen, weil sie, so Bernd Rasink, "bei einer staatlichen Untersuchung gefunden wurden". Dementsprechend obliegt auch die Untersuchung dem Land. Zurzeit werden die Fundstücke an der Universität Hannover im Institut für anorganische Chemie untersucht. "Deren Gerätezeiten sind allerdings sehr ausgelastet, deshalb wird es auch noch dauern", kündigt der Archäologe an. Rasink kann mit Sicherheit sagen, dass der Goldschatz nicht aus einem Grab und nicht aus einer Siedlung stammt. "Vielleicht war es ein Versteck", mutmaßt er. Alles andere fiele in den Bereich der Spekulation, "da könnten wir viele schöne Geschichten erzählen".
Ebenfalls klar ist, dass der Gesseler Goldschatz kein einheitliches Bild abgibt. Kleine Spiralen mit starken Abnutzungsspuren stammen aus dem zentralasiatischen Raum, eine Fibel mit Sonnensymbolen und konzentrischen Kreisen indes aus dem Norden. Dazu gesellt sich ein massiver Armreifen, "ein Rohstück, das vermutlich noch gar nicht fertig war", sagt Bernd Rasink.
Abschließend gibt es noch ein Lob vom Archäologen an die Kreis-Diepholzer Landwirte: "Die Bauern dort wissen, wie man pflügt. Da liegt die Urgeschichte noch direkt unter der Ackerkrume." Und was für ein Stück Urgeschichte. Laut Rasink ist der Gesseler Goldschatz von der Anzahl der Fundstücke her der größte Bronzezeit-Schatz, der jemals in Norddeutschland gefunden wurde.
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